Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen

Rauchen gilt pauschal als gesundheitsschädlich. Wie gefährlich ist Rauchen wirklich?

Rauchen ist ein Risikofaktor für mehr als 40 Krankheiten. Z.B. ist der Tabakkonsum die Ursache für rund ein Drittel der Krebserkrankungen. Dabei ist erwiesen, dass Raucher nicht nur an Lungenkrebs erkranken können, sondern auch eher an Kehlkopf-, Mundhöhlen-, Speiseröhren-, Magenkrebs, aber auch Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken als Nichtraucher. Das sind nur einige vieler Krankheiten, die durch Tabakkonsum begünstigt werden. Auch die Gefahr für das Herz-Kreislauf-System (Durchblutungsstörungen bis zum Raucherbein, Herzinfarkt, Schlaganfall) und für Atemwegserkrankungen (chronische Bronchitis) ist groß: Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen des Rauchens, und die Lebenserwartung von Rauchern ist durchschnittlich um 8 Jahre verkürzt.

Ist Passivrauchen tatsächlich gefährlich?

Ja! Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich 400 Menschen durch Passivrauchen an Lungenkrebs. Der so genannte Nebenstromrauch, der von der Zigarette aufsteigt, enthält bestimmte Schadstoffe in viel höherer Konzentration als der vom Raucher inhalierte Hauptstromrauch. Die Abbauprodukte des Tabaks lassen sich im Körper von Nichtrauchern, die mit Rauchern leben und passiv rauchen, nachweisen.

Ich rauche nur drei Zigaretten täglich. Ist das auch schon schädlich?

Leider ja! Anders als beim Alkohol, wo der gelegentliche Genuss einer geringen Menge nicht schädlich sein muss, ist beim Rauchen jede einzelne Zigarette gesundheitsschädlich. Dies liegt unter anderem daran, dass es keine unschädlichen Grenzwerte für krebserregende Stoffe gibt.

Manche meiner Bekannten sind von Zigaretten auf Zigarren oder Pfeife umgestiegen. Verringert sich dadurch deren Gesundheitsrisiko?

Leider nein! Tabak - auch der in Zigarren und in der Pfeife - enthält viele krebserregende Stoffe. Obwohl Zigarrenraucher diese Substanzen weniger inhalieren als Zigarettenraucher, verteilen sich die Schadstoffe in den oberen Atemwegen und gelangen auch in den Verdauungstrakt. Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Zigarrenraucher ein deutlich erhöhtes Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken. Bei Kehlkopfkrebs ist das Risiko um ein Vielfaches erhöht. Passivrauchen ist bei Zigarren sogar noch gefährlicher als bei Zigaretten. Auch das Pfeiferauchen ist mit einem besonders großen Risiko für die Entstehung von Krebs im Mund- und Rachenraum verbunden. Alle Formen des Tabakkonsums sind demnach krebserregend.

Ich bin auf Light-Zigaretten umgestiegen, weil ich Angst vor Lungenkrebs habe. Sind Light-Zigaretten weniger gefährlich als die normalen?

Leider nein, denn die angeblich niedrigeren Nikotin-Werte werden in einer Rauchmaschine ermittelt, die nur einmal in der Minute einen Zug von zwei Sekunden Länge nimmt. Das ist allerdings völlig unrealistisch. Jeder Raucher hat zwar seine individuellen Gewohnheiten, was die Menge und die Tiefe der Lungenzüge angeht, zieht aber gewöhnlich häufiger an einer Zigarette als maschinell getestet. Meistens werden die „leichten“ Zigaretten von Umsteigern unbewusst intensiver inhaliert, um so das Nikotin optimal „herauszuholen“. Fazit: Die Gesundheitsgefährdung ist genauso groß.

Ich habe vor einem Jahr meinen täglichen Zigarettenkonsum von 20 Zigaretten auf nur noch drei Stück reduziert, die ich wirklich genieße. Ist das auch noch schädlich?

Leider ja. Jede einzelne Zigarette schadet Ihrer Gesundheit. Untersuchungen zeigen auch, dass diejenigen, die Ihren Zigarettenkonsum zwar reduzieren und dann mit einer kleinen Stückzahl Raucher bleiben, diese wenigen Zigaretten besonders tief inhalieren und dadurch die Schadstoffe in erhöhter Dosis in den Organismus gelangen. Also: Sie haben schon viel geschafft. Den größten gesundheitlichen Nutzen erzielen Sie, wenn Sie die restlichen drei Zigaretten ganz weglassen!

Meine Frau und ich sind starke Raucher und planen Nachwuchs. Unser Hausarzt hat uns geraten, unbedingt mit dem Rauchen aufzuhören. Aber gehen nicht alle Gefahren für das Kind von der rauchenden Mutter aus?

Grundsätzlich beeinträchtigt das Rauchen sowohl die Fruchtbarkeit des Mannes als auch die der Frau, denn Zigaretten können auch die männlichen Samenzellen schädigen. Partner beeinflussen zudem schon durch Passivrauchen die Schwangerschaft und später das Kind. Kinder, die unter Rauchern aufwachsen, leiden häufiger an Allergien und Bronchitis als Kinder von Nichtrauchern. Nehmen Sie deshalb Ihren Kinderwunsch zum Anlass, gemeinsam Nichtraucher zu werden! Damit schenken Sie sich und Ihrer zukünftigen Familie einen gesunden Start.

Ich bin Raucherin und im zweiten Monat schwanger. Muss ich jetzt ganz auf Zigaretten verzichten?

Ja! Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, gefährden sich und das ungeborene Kind. Nikotin und Schadstoffe werden über das Blut in den Mutterkuchen (Plazenta) geschleust und belasten den Blutkreislauf des Embryos. Die Sauerstoffversorgung wird gestört, die Herzschläge werden beschleunigt. Unter dem Einfluss der Tabakgifte kann sich die normale Entwicklung des Ungeborenen verzögern. Raucherinnen haben doppelt so viele Fehlgeburten und gebären häufig Säuglinge mit weniger Gewicht als Frauen, die auf Tabakkonsum verzichten. Die Zahl der Frühgeburten ist etwa zwei- bis dreimal so hoch. Nach der Geburt nimmt das Baby die Schadstoffe des Tabaks mit der Muttermilch auf und kann dadurch unruhiger werden als der Nachwuchs von Nichtraucherinnen. Der Passivrauch kommt hinzu, der zu Asthma und weiteren Erkrankungen beim Kleinkind führen kann. Dies sind alles wichtige Gründe, um dauerhaft auf das Rauchen zu verzichten.

Ich rauche schon seit 30 Jahren. Habe ich noch einen gesundheitlichen Nutzen davon, wenn ich jetzt aufhöre?

Ja, unbedingt! Wenn Sie jetzt Nichtraucher werden, werden Sie schon nach zwei Wochen bis drei Monaten merken, dass sich Ihr Kreislauf stabilisiert und sich Ihre Lungenfunktion verbessert. Außerdem gehen Hustenanfälle und Kurzatmigkeit nach einigen Monaten zurück. Ihre Fitness nimmt zu und schon nach einem Jahr ist Ihr Herzinfarktrisiko bereits reduziert. Nach fünf Jahren ohne Zigarette halbiert sich Ihr Lungenkrebsrisiko und nach zehn bis fünfzehn Jahren haben Sie eine gleich hohe Wahrscheinlichkeit an Krebs oder Sauerstoffmangel im Herzmuskel (Koronarinsuffizienz) zu erkranken wie ein Nichtraucher. Sehr viel schneller werden sich Ihr Wohlbefinden, Ihr Geschmacksinn und Ihre Haut verbessern. Alles gute Gründe, jetzt Nichtraucher zu werden!

Was sind die häufigsten Entzugsbeschwerden beim Rauchstopp und wie können sie gelindert werden?

Wenn Sie das Rauchen beenden, können vorübergehend Entzugsbeschwerden auftreten. Sie belasten häufig in den ersten zwei Tagen nach der letzten Zigarette stark und lassen dann zunehmend nach.

Die häufigsten Entzugsbeschwerden sind:

  • erhöhte Reizbarkeit und Frustration
    Gegenmittel: Sport und Entspannungsübungen
  • starkes Rauchverlangen
    Gegenmittel: Sich ablenken und rauchfreie Zonen aufsuchen. Dinge tun, bei denen man nicht rauchen kann, aber Hände und Mund mit anderen Tätigkeiten beschäftigt, z.B. Möhren knabbern
  • Heißhunger
    Gegenmittel: Viel trinken, Obst und Rohkost knabbern, zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis einkaufen und griffbereit halten
  • Müdigkeit
    Gegenmittel: Kleine Pausen am offenen Fenster machen und früh zu Bett gehen
  • Niedergeschlagenheit
    Gegenmittel: Einen Tagtraum einlegen, sich positive Bilder ausmalen z.B. einen Traumurlaub mit allen Details.

Sind Nikotinersatzmittel bei der Tabakentwöhnung sinnvoll?

Ja! Nikotinersatzmittel bewirken keine Wunder, aber können in Kombination mit therapeutischen Maßnahmen, die das Verhalten des Rauchers ändern, sinnvoll eingesetzt werden. Vor allem bei starken Rauchern können sie die Erfolgschancen der Tabakentwöhnung erheblich verbessern. Es gibt sie als Pflaster, Kaugummis und Lutschtabletten rezeptfrei in der Apotheke.
Die Nikotinersatztherapie ist gesundheitlich weitgehend unbedenklich. Die schädigende Wirkung von Zigaretten wird nämlich nicht nur durch das Nikotin, sondern auch zu einem großen Teil von den zahlreichen Stoffen die im Glutkegel der Zigarette entstehen, verursacht. Krebserregend sind zum Beispiel nur bestimmte Bestandteile des Rauches, nicht aber das Nikotin.
Durch die Nikotinersatztherapie wird Nikotin langsamer und weniger befriedigend, aber auch sicherer und weniger suchterzeugend dem Körper zugeführt. Nikotinersatzprodukte mildern dadurch Entzugserscheinungen und ermöglichen gleichzeitig eine körperliche Entwöhnung. Die Kosten für diese vorübergehende Unterstützung bei der Tabakentwöhnung begleichen Sie leicht mit dem gesparten Zigarettengeld.